Chronik Seite 5

  1. Die Ortslage

Das Dorf Rohrsheim mit der 2 km östlich davon gelegenen königlich preußischen Domäne Westerburg gehören jetzt zum Landstreife Halberstadt. In alter Zeit gehörte sie zum Harzgau, dessen Grenzen im Süden der Gebirgskamm des Harzes zwischen Radau und Bode bildeten. Die Rohrsheim-Wetserburger Feldmark lag daher an der Gaugrenze nach Norden zu, wo sich vom Großen Bruch ab (durch jetziges braunschweigisches Gebiet) dem Elme zu der Darlingau hinzog.

Von den braunschweigischen Nachbarörtern Groß- und Klein-Winnigstedt, Gevensleben und Beierstedt waren Rohrsheim-Westerburg durch das lagunenenartige Große Bruch fast vollständig geschieden, so daß eine ständige Verbindung nur mit den östlichen, südlichen und westlichen Nachbarörtern möglich war. Gegenwärtig sind dies: klein- und Groß-Dedelben, Vogelsdorf, Badersleben, Dardesheim, Deersheim und Hessen

Ehemals aber kamen hinzu die jetzigen Wüstungen Rättorf, Bahnenburg, Reindorf, Glüsingen, klein- und Groß-Üplingen, sowie im R.-W. das etwas fragliche Arleveffen.

An der Südseite Rohrsheim-Westerburg erhebt sich der an Quellen reiche Drieberg, welcher mit dem Kalksteinrücken des Huy in unmittelbarem Zusammenhange steht, während der nördlcihe Horizont durch den von Osten nach Westen ziehenden Wartberg, hinter welchem Stellenweise der Elm herüberschaut, begrenzt wird. In einer Talebene gelegen, hat Rohrsheim reichlichen Vorrat an Wasser in seinem Untergrunde sowohl, als acu dem nie verfliegenden Zufluß von Bächen, die ihre Quellen in den Kalksteinlagern des Driebergs haben. doch ist eine große Anzahl von Brunnen vorhanden, welche Wasser aus dem Alluvium erhalten und daher oft gesundheitsschädliche Stoffe enthalten. Aus diesem Grunde schritt man im Jahre 1902 dazu, eine Wasserleitung vom Üplinger Brunnen her anzulegen. (Näheres darüber gibt § 25 an.)

2. Aus der Sagenzeit

a. Die Brautlochsage

Da, wo der Bräulingsbach in das Rohrsheimer Gebiet tritt und die Feldmarken von Dardesheim, Deersheim, Hessen und Rohrsheim zusammenstoßen,


*) Anmerkung.      Der von Dardesheim kommende Bräutlingsbach hatte vor seiner Regulierung nach der Genation außerordentlich viele Krümmungen, wehalb er oberhalb Rohrsheims der „krumme Bach“ genannt wurde. Dagegen heißt er von Rohrsheim abwärts bis zu seiner Vereinigung mit der Aue der Mühlbach (Möhlenbeek).

 

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